
Grenzüberschreitender Fahrzeughandel
März 24, 2026
Zollabwicklung beim Fahrzeugimport – Was Importeure wissen müssen
März 28, 2026Afrika, Asien oder Amerika? Wenn Fahrzeuge über den Ozean transportiert werden sollen, hat der Exporteur zwei Möglichkeiten: Container oder RoRo. Beide Transportformen sind im internationalen Fahrzeughandel etabliert. Sie unterscheiden sich jedoch deutlich in puncto Organisation, Kosten und Sicherheit. Wer Pkw-Transporte nach Übersee plant, sollte daher wissen, welche Lösung in welcher Situation sinnvoll ist.
Zwei Alternativen für den Überseetransport
Übersee – der Name verrät es: Fahrzeuge müssen über das Meer transportiert werden. Wer Kraftfahrzeuge über Kontinente hinweg verschieben möchte, ist auf grosse Seehäfen angewiesen. Zentrale Drehpunkte für den Übersee-Kfz-Export und -Import in Europa sind Rotterdam, Antwerpen und Bremerhaven. Ist das Fahrzeug im Hafen angekommen, stellt sich die zentrale Frage des Überseetransports: Wie wird der Pkw verschifft?
Grundsätzlich stehen zwei Verfahren für den Pkw-Transport nach Übersee zur Verfügung. Entweder wird das Fahrzeug in einem Container verladen oder es wird mit einem RoRo-Schiff transportiert. RoRo bedeutet Roll-on/Roll-off. Die Fahrzeuge fahren über eine Rampe direkt auf das Schiff und verlassen es am Zielhafen auf demselben Weg wieder. Spezielle RoRo-Schiffe verfügen über mehrere Fahrzeugdecks, auf denen Autos, Lastwagen oder Baumaschinen sicher abgestellt und während der Überfahrt fixiert werden.
Der entscheidende Unterschied liegt also im Transportprinzip:
- Beim Containertransport wird das Fahrzeug in einem geschlossenen Stahlcontainer verladen und während der gesamten Reise darin transportiert.
- Beim RoRo-Verfahren bleibt das Fahrzeug dagegen fahrbereit. Es wird auf einem grossen Parkdeck im Schiff abgestellt.
Beide Verfahren haben Vorteile und Nachteile. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt vor allem vom Fahrzeug, vom Zielort und von den Anforderungen an Sicherheit und Kosten ab.
Container – maximale Sicherheit
Beim Containertransport wird der Wagen in einem geschlossenen Seecontainer verladen. 20- oder 40-Fuss-Container sind hierfür der Standard. Im Inneren ist das Fahrzeug mit Gurten und Halterungen fest angebracht. Die Fixierung verhindert, dass der Wagen während der Überfahrt verrutscht.
Dadurch ist das Fahrzeug während der gesamten Überfahrt besonders gut geschützt. Der Container bleibt während der gesamten Fahrt geschlossen. Keine Witterungseinflüsse, keine Verschmutzungen von aussen. Für hochwertige Fahrzeuge ist der Containertransport erste Wahl. Auch Ersatzteile und Zubehör können zusammen mit dem Wagen im Container transportiert werden. Der organisatorische Aufwand ist hier jedoch höher als beim RoRo-Verfahren. Die fachgerechte Sicherung sowie das Be- und Entladen erfordern eine entsprechende Logistik im Start- und Zielhafen.
- Organisation: etwas aufwendiger als bei RoRo.
- Kosten: tendenziell höher.
- Sicherheit: sehr hoch durch geschlossenen Transport.
RoRo – flexibel und effizient
Beim RoRo-Verfahren bleibt der Wagen fahrbereit. Er wird direkt auf das Schiff gefahren. An Deck wird das Fahrzeug mit speziellen Sicherungen fixiert. Der grosse Vorteil von RoRo für den Pkw-Transport nach Übersee liegt damit auf der Hand: Es ist eine einfache und effiziente Abwicklung. Verladung und Entladung erfordern wenig Aufwand. Es ist keine zusätzliche Containerlogistik erforderlich. Deshalb wird diese Variante insbesondere im internationalen Gebrauchtwagenhandel und bei grösseren Fahrzeugmengen eingesetzt.
Es gibt speziell für den Fahrzeugtransport konzipierte RoRo-Schiffe, die mehrere tausend Fahrzeuge gleichzeitig aufnehmen können. Für viele Pkw-Transporte nach Übersee ist RoRo deshalb eine wirtschaftliche und logistisch unkomplizierte Lösung.
- Organisation: vergleichsweise einfach, da keine Containerverladung erforderlich ist.
- Kosten: meist günstiger als Containertransport.
- Sicherheit: solide, aber etwas geringer als beim Transport im geschlossenen Container.
Schnellcheck: Container oder RoRo?
| Anwendungsfall | RoRo | Container |
| Oldtimer | ✔️ | |
| Luxusfahrzeug | ✔️ | |
| Gebrauchtwagenexport (grössere Mengen) | ✔️ | |
| Einzeltransport eines Fahrzeugs | ✔️ | |
| Fahrzeuge mit zusätzlicher Ladung (Ersatzteile im Fahrzeug) | ✔️ | |
| Kostengünstiger Transport | ✔️ | |
| Maximale Sicherheit | ✔️ | |
| Schnelle und einfache Verladung | ✔️ |
Wie der Überseetransport in der Praxis organisiert wird
Der eigentliche Schiffstransport ist nur ein Teil der gesamten Lieferkette. Entscheidend sind vor allem die Übergänge zwischen den einzelnen Transportabschnitten – vom Vortransport zum Hafen über die Verladung bis zur Abfertigung im Zielhafen. An diesen Schnittstellen zeigt sich, ob ein Transport reibungslos funktioniert oder Verzögerungen entstehen. Besonders wichtig ist deshalb die sorgfältige Koordination zwischen Logistikunternehmen, Hafenlogistik und Zollabwicklung.
Ein Beispiel aus der Praxis:
- Ein Autohändler aus Zürich verkauft mehrere Gebrauchtwagen an einen Händler in Ghana.
- Die Fahrzeuge werden per Autotransporter zum Hafen von Antwerpen gebracht.
- Dort organisiert ein Logistikdienstleister die Exportabfertigung und die Verschiffung mit einem RoRo-Schiff.
- Nach der Überfahrt erreichen die Fahrzeuge den Hafen von Tema bei Accra.
- Ein lokaler Partner übernimmt die Importformalitäten und organisiert den Weitertransport zum Händler.
Bei internationalen Pkw-Transporten entscheidet eine reibungslose Abstimmung der einzelnen Schritte über den Erfolg. Sind alle notwendigen Dokumente vorbereitet und die Abläufe sauber koordiniert, lassen sich längere Standzeiten und zusätzliche Kosten vermeiden.
Fazit
Container und RoRo – zwei bewährte Lösungen für den Pkw-Transport nach Übersee. Welche Transportform die richtige ist, hängt immer vom konkreten Fall ab. Fahrzeugtyp, Transportmenge und Budget sind dabei die ausschlaggebenden Faktoren. Eine sorgfältige Planung ist unverzichtbar. Ein erfahrenes Logistikunternehmen hilft dabei, die passende Transportlösung zu organisieren.

